Die Taverne "Zum Zaunkönig" ( 8 )

  • Morgaine verschwindet in der Küche wo sie anfängt Gemüse zu schneiden ....Hadra....Morgaine hackt einen Paprika entzwei...nunja...Morgaine beschliesst nicht weiter nachzudenken sondern konzentriert sich aufs Essen...kurz darauf durchzieht ein angenehm würziger Duft durch den Schankraum und Morgaine hängt eine Tafel auf wo ( sofern man lesen kann ) geschrieben steht :


    Heute :


    Würziger Eintopf mit Fleisch nach Art des Hauses



    Morgaine geht von Tisch zu Tisch,macht sauber und nimmt Bestellungen auf...schliesslich landet sie unweigerlich am Tisch von Hadra und ihrem Begleiter...höflich begrüsst sie die beiden " Ich sehe..Eure Becher sind fast leer..darf es noch einen Becher voll sein? Das Essen wird gleich fertig sein,und Ihr seht hungrig aus..der Eintopf ist einfach aber gut..und vor allem..sättigend " Morgaines Gesicht verrät nichts..sie behandelt Hadra zuvorkommend und höflich wie jeden Gast im Zaunkönig

  • "Ah, Morgaine. Einen wunderschönen guten Tag. Du siehst blendend aus, wie immer."


    Hadra schenkt Morgaine ein zuckersüßes Lächeln. Dann wendet sie sich an Liam.


    "Darf ich vorstellen, das ist Morgaine. Sie studiert eigentlich ebenso an der Akdemie, ist jedoch leider gezwungen, sich noch nebenher was zu verdienen. Nun ja, nicht jeder ist von den Göttern gesegnet."


    Den letzten Satz untermalt sie mit einem Seufzen und Schulterzucken. Das Wort Götter betont sie besonders.

  • "Auch hier - sehr erfreut." Liam nickte Morgaine zu und auch sie bekam dasselbe schmelzende Lächeln, das wohl dazu gedacht war, alte Damen dazu zu überreden, ihre Keksdose zu öffnen und jüngere Frauen, ganz andere Dinge zu öffnen. Seine blauen Augen huschte zwischen Hadra und dem Neuankömmling hin und her und er lachte leise, als er erkannte, dass seine Begleitung hier gerade ganz offenbar ihr Revier markiert hatte. Alles fügte sich ganz ausgezeichnet, wie es schien. "Ich denke den Eintopf würde ich nehmen", sagte er dann und drehte die Kopf wieder zu Hadra, um sie offen amüsiert zu mustern und fragend anzublicken.

  • Liam war Morgaine einen letzten, kurzen Blick zu, der schwerlich zu deuten war, dann lehnte er den Unterarm auf die zerkratzte Tischplatte und beugte sich wieder ein wenig zu Hadra hinüber, um ihr eine leise Antwort zu geben.


    "Nun, Ihr habt mich auf meinen Platz als Fragesteller verwiesen, was Eure Person angeht. Wie wenig überraschend."


    Er fing geschickt seinen Stock auf, der just in diesem Moment an der Tischkante entlangzurutschen begann, und stellte ihn wieder hin.


    "Aber wer wäre ich denn, mich nicht darauf einzulassen? Also würde ich gerne wissen, womit sich Eure Studien beschäftigen."

  • "Für einen kurzen Moment war ich versucht zu fragen, was Ihr mir zutrauen würdet."


    Sie lächelt hintergründig und hebt dann ihren Fächer, als sei er ein Zeichen ihrer Profession, ihrer Berufung.


    "Magie. Genau genommen Kampf- und Schadensmagie. Dazu noch Militärische Taktik und Strategien."

  • Liam lächelte hintergründig.


    "Ah, ein interessantes Fach und nicht ganz ohne Tücken. Legt Ihr es auf Sold an oder wollt Ihr Euch in das hiesige Militär eingliedern? Oder habt Ihr einfach Spaß daran, Dinge zerstören und Andere ausmanövrieren zu können?"

  • "Vermutlich alles zusammen. Nur, dass ich mich bereits in das Militär eingegliedert habe. Nur dort bekommt man die praktische Übung. Allein die theoretischen Studien an der Akademie haben ja keinen Sinn."


    Sie war einigermaßen gespannt, wie Liam darauf reagieren würde. Eine Frau im Militär. Auf der Heimatinsel war das stets ein Problem gewesen. Hier in Renascân war das weniger der Fall, aber man spürte doch eine gewisse Ablehnung. Zumal sie als Magiewirkerin noch einen anderen Status hatte.


    "Man sieht zumindest ein paar Ecken dieser Welt. Auch wenn die Reisen nicht ganz der kulturellen Erbauung zuzuschreiben sind, sind es immerhin Reisen, auf denen man lernen kann."

  • "Und wohin hast es Euch schon verschlagen?", erkundigte sich Liam und lächelte auf beinahne irritierend zärtliche Art und Weise, die so nahe an der Grenze des Spöttelns stand, dass der Übergang wohl fließend sein musste.. "Oder werdet Ihr jetzt mein 'Hie und Da' Eurerseits mit einem 'Hie und Da' beanwtorten?"

  • "Aber nein, wie könnte ich?"


    Sie lächelte schelmisch. Wenn man diesen Mann in sein Bett ließ, sollte man einen Dolch unter dem Kopfkissen haben. Für einen kurzen Moment fragte sie sich, ob er wohl magisch begabt sei.


    "Es verschlug mich an weniger Orte, als ich das wünschen würde, aber an mehr, als die meisten meiner Landsleute Zeit ihres Lebens kommen werden."

  • Liam grinste jungenhaft.


    "Oh, das war natürlich eine Antwort , die weit über ein 'Hie und Da' hinausgeht. Wie konnte ich jemals der Meinung sein, Ihr würdet sie mir verweigern?"


    Er rückte mit einer bedachten Geste sein Hemd und den darunter liegenden Schulterverband zurecht, was für einen Moment einen düsteren Schatten über sein Gesicht warf. Dann war dieser Augenblick vorbei und das alte, charmante Lächeln war wieder da.


    "Verständlicherweise wollt Ihr keine taktischen Details vor einem Mann wie mir offenlegen. Sehr umsichtig von Euch. Oder wollt Ihr vielleicht doch nur weitere Nachfragen bewirken?"

  • "Ihr glaubt wirklich, ich würde nichts ohne Hintergedanken tun, nicht wahr?"


    Hadra betrachtete ihn eingehend, sah dann mit leicht gerunzelter Stirn in ihren fast leeren Becher, hob den Blick dann wieder.

  • "Ein Mann, der glaubt, dass eine Frau keine Hintergedanken hat, denkt wahrscheinlich auch, dass hinter den Wolken niemals eine Sonne scheint", klang es lässig zurück. Wieder jenes sachte, neckende Lächeln. "Aber das ist ja auch das Reizvolle an Eurem Geschlecht."

  • Morgaine übergeht Hadras spitze Bemerkungen...sie denkt kurz an Meanors Worte und beruhigt sich..das kurze blaue aufflammen an ihren Händen scheint niemand zu bemerken..sie nickt und geht zurück um alles zu richten,obwohl sie gute Lust hatte Hadra das Essen ins Gesicht zu schmieren..sie nimmt das Tablett und geht zurück zu dem Tisch " So,bitte schön..Ich wünsche guten Appetit.... " gekonnt serviert sie den beiden ihr Essen und stellt ein Schälchen Kekse als Nachtisch hin...rasch schenkt sie Hadra einen Becher Wasser ein " zum Wohl..." das das Wasser so kalt ist das winzige Eisbröckchen drin schwimmen verschweigt sie.."bei soviel zuckersüssen Lächelns wird Hadra eine Abkühlung geniessen " denkt sich Morgaine beim zurücklaufen und ein spöttisches Grinsen huscht über ihr Gesicht

  • "Oh glaubt mir. Manches Wesen weiblichen Geschlechtes - zuweilen erkennt man die Frau ja erst auf den zweiten Blick - ist so platt in ihrem Tun wie der dümmste Mann."


    Sie drehte den Becher leicht in der Hand.


    "Aber ich möchte fast vermuten, dass das nicht die Art von Frau ist, die Ihr meint."

  • Liam bedankte sich bei Morgaine und beäugte den Eintopf erst einmal kritisch, nur um sich dann zu entscheiden, ihn ein wenig abkühlen zu lassen.


    "Wenn Ihr das sagt - vielleicht bin ich ja doch kein Experte, was Frauen angeht", antwortete er Hadra und gab sich zerknirscht, bevor er lachte und dann - und das wirkte bei einem Mann wie ihm so seltsam wie direkt ein ganzer Habit gewirkt hätte - neigte er den Kopf und sprach ein leises Gebet zum Essen, in dem er Travia dankte.

  • Ohne eine Regung beobachtete Hadra ihren Gegenüber. Sie hatte nun alles erwartet, aber nicht das. Für einen kurzen Moment fühlte sie sich versucht, es ihm gleich zu tun. Doch das verwarf sie schnell wieder. SIe tat es sonst nie, es sich jetzt anzugewöhnen wäre der falsche Grund. Also lächelte sie einfach nur, als er wieder aufschaute und legte den Kopf leicht schräg.


    "Wenn ich den Namen dieser Göttin einordnen könnte, so hätte ich einen Anhaltspunkt, wo Euer Herz zumindest einmal zuhause war."

  • "Aventurien, wie ich bereits erwähnte. Travia ist die Göttin des Herdfeuers, der Kochkunst, der Gastfreundschaft." Er probierte einen Löffel Eintopf und nickte dann zufrieden. Eine kleine Pause entstand dadurch. "Ich bin dort geboren worden und als ich ein junger Mann war, hat der Wind mich in die Mittellande getrieben. In all den Jahren haben die Götter meiner Kindheit gut für mich gesorgt, also habe ich den Glauben an sie hierher mitgebracht." Er runzelte die Stirn. "Oder ist das hier nicht angebracht - zu für Euch fremden Göttern zu beten?"

  • "Die Verehrung der Götter sagt viel über einen Menschen aus. Wie er sie verehrt, wer den höchsten Platz in seinem Herzen einnimmt. Orte sind dafür recht unerheblich. Der Glaube lässt handeln - oder eben nicht. Er sagt mehr über den Menschen, als der Mensch mit Worten ausdrücken könnte."


    Sie nahm ihren Löffel und testete kurz an, wie viel Dampf aus der Schüssel noch herauf stieg.


    "Die Leute hier kennen nicht viele fremde Götter und stehen ihren Gläubigen und deren Gebeten misstrauisch gegenüber. Es wird Euch niemand dafür anklagen, aber loben werden sie Euch ebenso wenig. Was Ihr tunlichst unterlassen solltet, ist der Versuch andere von Eurem Glauben zu überzeugen. Das könnte die Menschen gegen Euch aufbringen. Aber Ihr wirkt nicht wie ein Wanderprediger."


    Eine kurze Pause folgte, in der sie mit dem Löffel ein wenig des Eintopfes aufnahm.


    "Alanis Tatius ist hier in der Siedlung recht anerkannt. Nicht als Priesterin, jedoch als Heilerin. Ein anderer Priester ihres Glaubens - Magister Meanor - hat jedoch mit seinem Ruf zu kämpfen. Das mag daran liegen, dass er offensiver mit seinem Glauben umgeht und von den Menschen vielmehr als Priester gesehen wird als etwas anderes. Man könnte sogar sagen, dass er Feinde hat, die ihre Waffen offen ins Feld tragen. Die Priesterin nicht. Wenn sie Feinde hat, dann keine, die es offen zeigen würden. Soweit ich weiß ist sie sogar befreundet mit dem Sergeanten und der hiesigen Priesterschaft. Zumindest zweiteres wirkt etwas seltsam, ja. Lasst es Euch munden, Liam."

  • Im Angesicht der längsten Rede, die seine Begleiterin bisher gehalten hatte, legte Liam den Kopf leicht schief und hörte ihr aufmerksam zu. Als Hadra erwähnte, dass er nicht wie ein Wanderprediger wirke, deutete er im Sitzen eine flüchtige Verbeugung an und seine Augen funkelten, als hätte sie einen geheimen Scherz gemacht, den nur er verstehen konnte.


    Als das Thema bei Alanis angekommen war, preßte er für einen Moment kurz die Lippen zusammen und wirkte flüchtig besorgt, doch dann war der Ausdruck so schnell wieder verschwunden wie die bereits angesprochene Wolke, die sich vor die Sonne geschoben hatte.


    "Vielen Dank, das komplettiert mein Bild ein wenig", gab er zurück, ein wenig geheimnisvoll und widmete sich dann seinem Essen. Man sah, dass er über etwas nachgrübelte.