Beiträge von Melyanna Irima

    Mels Körper streckte sich je mehr Worte sie umgaben, wohingegen Alanis eher Balsam auf die nun aufgebrochene Wunde war die seine Worte in ihr rissen, plötzlich wirkte ihre Haltung majestätisch und unnahbar, an ihrem Inneren schmerzte etwas unergründliches das verletzt war wie ein krankes Tier, etwas das sie sich erst sammeln ließ ob seiner Worte bis sie ihm mit ruhiger aber nun doch deutlich angespannter Tonlage bedrohlich knurrend antworten ließ, er kannte diese Haltung bereits und wusste was dem folgen konnte:" Ja ich kam hierher, um dich wiederzusehen, wie ich es dir bereits sagte! Es waren die Rauhnächte die mich jemanden suchen ließen der wusste mir die Geister vom Hals zu halten in den Tagen in denen ihnen Tür und Tor offen steht! Hilfe zu suchen! liegt mir fern, es war DEIN Angebot dem ich hier nachkam, aus einer Situation geboren mit der ich nicht gerechnet hatte und ich glaube DU noch viel weniger denn DU leidest an dem was du bist genau wie ich! Und mir kann es nicht BESSER gehen wenn es mir zuvor nicht schlecht ging also rede dir nichts ein! Die Ketten die du ansprichst existieren im Diesseits und verlaufen bis ins Jenseits, und ob ich ihnen Dienen will oder nicht am Ende bleibt mir keine andere Wahl wenn sie mich dazu zwingen, es sei denn jemand rüttelt an diesen Ketten und ist bereit sie zu zerreißen." Mit ihren nächsten Worten die wie eher einem fauchen glichen warf sie ihm die Kette und die Statue entgegen..."aber mein Versuch daran zu glauben ist gerade mit deinen Worten erstickt worden." Das einzige was mein altes Denken in den letzten Tagen hat inne halten lassen und einen Keim der Hoffnung auf Freiheit mit der ich bis vor wenigen Tagen keinen Hader hatte, hat wachsen lassen war zu erkennen das ich nicht allein bin und DEIN Entgegenkommen und der Funke der in dir erglommen ist, in die Richtung das WIR vielleicht nicht dafür gemacht sind einsam und allein da zu stehen! Ein WIR ist für eine Zukunft stark ein ICH stirbt allein! Und bevor du hier uns beiden" und sie wies dabei auf Alanis "helfen kannst, solltest du von deinem Hohen Roß heruntersteigen und dir ersteinmal selbst helfen lassen, DASsss habe ICH dir versprochen!" Ihr Atem ging schnell nach dieser Rede nicht nur der Worte wegen.

    Sie bemerkte Vladims Lächeln und egal aus welcher Intension heraus es auf sein Gesicht trat es füllte ihr Herz mit Wärme. Ihre Reaktion darauf jedoch war spärlich da nach ihren offenen Worten nun sämtliche rudimäntere Empfindungen in der Tiefe versanken. Sie spürte noch wie etwas in ihrem Innersten zustach als Alanis über ihre Gemeinsamkeiten mit dem Hexer sprach, tat es aber als nichtig ab. Ihr Gesicht spiegelte nur wenig emotionale Regung auf ihre Worte, dennoch galt ihre Haltung nicht als unfreundlich der Priesterin gegenüber. Ein bestätigendes Schnauben entfuhr ihr dennoch als Alanis von dem Schmerz der Veränderung sprach von dem sie so sehr gekostet hatte. Sie starrte auf den Tisch und ihre Worte wirkten resigniert :" Es gibt keine Steigerung des Schmerzes mehr den mir eine Veränderung beibringen könnte! Veränderung gehört zum Wandel der Zeit und dessen Fazit beschreibt den weiteren Weg... was meinen innerer Tumult betrifft, ob nun positiv oder negativ gewerteter Natur begann er genau Hier!" Ihr Finger tippte auf die Tischplatte. Sie nahm die kleine Statue in die Hand, die Spitze Schnauze des Hundes stach in ihren Finger. "Nicht nur das sich hier die Seite meines Vaters regt und mich etwas überkommt das selbst Velsinamos wegen seiner Art mir gegenüber nicht zu teil wurde, nein auch die Andersartigkeit meiner Mutter findet plötzlich Akzeptanz, verbunden mit der Unscheinbarkeit meiner fehlenden Gefühle, dessen Gaukelei für die anderen Wesen das Leben soviel anstrengend macht. Hier ist es nicht relevant und in diesen 4 Wänden ist das was ich bin plötzlich "egal". Hinzu kommt das scheinbar die eine wie auch die andere Seite der Herren denen ich "gehöre" einen akuten Hader mit der Situation präsentiert, was fast schon ein wenig faszinierend ist..." Es war unmöglich den nun auf Valdim gerichteten Blick zu ergründen, er hätte bösartig wie auch hilfesuchend interpretiert werden können, hierzu fehlten eindeutig die restlichen Emotionen die ihm klar definiert hätten zeigen können was gerade in ihr vorging. "Ich stehe plötzlich unbeabsichtigt vor der Entscheidung einen Weg aus der Emotionslosigkeit zu wünschen der mich dann nackt und völlig hilflos in diese Welt stellen würde, konfrontiert mit allen Grausamkeiten die die Vergangenheit mir beibrachte und die Zukunft noch bringt wenn jene besagten Herren dann auf mich losgehen und das bis über den Tod hinaus, was ich ohne Schutz und Hilfe nicht überstehen werde, oder ich bleibe weiterhin das Monster das ich bin und bin allein in dieser Welt mit mir." Sie nickte leicht bevor sie den Blick von Vladim abwandte um erneut die Statue zu betrachten.

    Auch Mels Gesicht verzeichnete Belustigung, dennoch wirkte es als würde hier die gegenerische Seite der Expedition über deren finales Fazit nach dem Besuch des Landes triumphieren, sie holte tief Luft :" Nun, das was du als Endergebnis der Reise beschreibst IST Luxburg, oder besser jene die die wahren Herren dieses Landes sind. Die Shor na Far sind nur eine Gruppierung der vielen die sich dort seit Äonen niedergelassen haben. Ich war selbst auf einer Reise in der wir in die Vergangenheit geraten sind dort um zu erkennen wie alt das Land und auch deren Völker sind und diese sind selbst nur Einreisende denn die Shor na Far zum Beispiel kamen von anderen Welten hierher. Mein Interesse an Ihnen lag damals darin, dass sie wie ich Schlangenwesen waren...mit noch einer Menge uraltem anderen Zeug in ihren Adern, aber eben dennoch am ähnlichsten zu dem was meiner Mutter entsprach. Ich dachte ich könnte von ihnen Lernen... so sein...wie sie...eine...Familie haben" Ihr Blick entglitt und die schwere dieser Gedanken stand Melyanna deutlich ins Gesicht geschrieben. "Ich hängte mich an den Waffenmeister der zudem nach Macht und Ruhm strebte und...mir...gefiel!" Ihre Hand glitt wie automatisiert zu dem Amulett welches normalerweise um Ihren Hals hing und sie schreckte auf als sie es nicht fand, ein kurzer Blick erhaschte es immernoch neben der Anubisfigur auf dem Tisch liegend und blieb darauf hängen "Er versprach mir mich mit sich zu nehmen und mich zu lehren, wenn ich ihm ein Gefühl schenken würde. Ihr Volk war nicht in der Lage Empfindungen zu haben, vielleicht lebten sie schon zu lange um jene noch mit sich zu tragen die ein normales Leben nähren, Traurigkeit, Glück, Furcht...Liebe...Ihre Regung bestanden nur aus Hader, Hass, Schmerz, Wut und Wahnsinn...Ich habe es zu spät erkannt." Sie riss ihren Blick los und blickte mit einem fast schmerzenden aber akzeptierenden Ausdruck Alanis an " Da ich mein vorheriges Leben wie die Fahrenden unterwegs war und meine Körper zu verkaufen wusste war das größte Gefühl das ich ihm beibringen konnte das der Liebe...und auch ...weil ich mich selbst schon darin an ihn verloren hatte. Sie nutzten eine Technik die ich nicht verstanden habe um die Gefühle aus deinem Körper zu extrahieren wenn du sie ihnen frei gibst...was du spätestens dann tust wenn sie dafür gesorgt haben das du sie frei gibst! Sie stoßen eine Nadel mit einem Gefäß daran in dein Herz, dann führen sie sich diese Gefühle zu und es ist für sie wie ein berauschendes Mittel, so wie andere Opium oder Alkohol zu sich nehmen, nähren auch sie sich für den Moment an jenen unbekannten Gefühlen die sie dann erleben und...ausleben, ich verstärkte mein Gefühl noch mit einem leichten Liebestrank der meine Gefühle zu ihm verstärkte und ihm so beweisen konnte wie sehr er von mir profitieren konnte!" Ihr Blick wanderte zu Vladim " und ich wünschte ich wäre damals nicht so fürchterlich naiv gewesen zu glauben das er mir helfen würde und er...mich nicht verletzten würde" Sie erhob sich während sie weiter sprach und kramte aus ihrer Tasche eine Flasche des Honigweins heraus den sie bereits am ersten Abend Vladim angeboten hatte, sie füllte drei Becher und verteilte sie an die anderen, nach einem großen Schluck mit dem sie wohl auch ihren Kloss im Hals herunterzuspülen suchte setzte sie fort : "VelsinAmos war so fasziniert das er mich mitnahm und mir alles versprach...was sich auch die erste Zeit so anfühlte. Dann ließ er mich immer mehr allein in den unendlichen wunderschönen Hallen unter den Bergen des Beleriand, ich vertrieb mir die Zeit mit ihren Studien aber ihre Schule ist grausam, egoistisch und rücksichtslos, wer nicht versteht bezahlt mit Schmerz und Blut...oder mit Gefühlen...und ich verstand wenig von einer Kultur die seit Äonen existiert und in der man als minderwertiges Schlammblut gilt. Dennoch lernte ich mehr als an manchen Akademien man sich zu lehren wagt in dieser Zeit. Der Preis dafür waren all jene Gefühle die unser Leben blühen lassen, immer wieder extrahiert oder ausgetrieben bis man gefügig genug war um zu Dienen, aber es war mir unter der Erde egal geworden. Vel lehrte mich als Waffenmeister den Schwertkampf, sodass ich als sein Schutzschild dienen sollte. Er wusste wie sehr ich ihn damals verehrte bis zu dem Tag an dem ich erkannte das ich nicht die einzige bin und seine Ziele größere waren..." Ihr Gesicht verzerrte sich schmerzhaft und Wut mischte sich in ihre Züge ebenso wie ihre Stimme die nun leise und bedrohlich wurde :" es war vor zwei oder 3 Jahren als ich spürte das seine Besuche Früchte getragen hatten und nach einer fürchterlichen Nacht die ich allein mit mir und der Geburt verbrachte präsentierte ich ihm stolz unsere Eier. Er nahm mich mit und wies mich freudlos an sie zu den anderen im großen Gelege zu bringen, es wäre sicher bei den anderen seiner Gefährtinnen, von denen ich bis zu diesem Augenblick nichts wusste, er verschloss die Tür und versicherte mir es würde ihnen nichts geschehen...in dieser Nacht fiel die Expedition ins Beleriand ein und zerstörte das gesamte Gelege der Shor na Far! Dieses Ereignis ließ die letzten noch vorhanden Gefühlsreste verdorren. Ich wollte fort von diesem Ort, was mir dann nach Monaten der Versuche gelang" Sie trank den Becher in einem Zug aus und schenkte sich erneut ein. Der Kampf der in ihrem Inneren tobte sprach Bände auf ihrem Gesicht. Ihre Augen trafen Alanis und sie blickten tief: "Ich erzähle dir sovieles damit man versteht warum ich diese Schritte gegangen bin und weshalb ich dies alles ertrug und aufgab auch wenn es für andersartige Wesen vielleicht nur schwer zu verstehen ist. Ich kam nicht mit dem Gedanken hierher meine Gefühlswelt ändern zu müssen, Hass schmerzt weniger als Liebe, Glück ist verletzlicher als Nüchternheit. Dennoch spielt seitdem ich dieses Haus betrat alles verrückt in meinem Inneren, es ist als würden plötzliche alle verkümmerten Regungen aufbegehren wollen und ich bin mir noch nicht sicher ob ich das nun gut oder schlecht finden soll" Ihr Blick war von Alanis zu Vladim gewandert und ruhte nun auf ihm, das Chaos in ihrem Inneren zeichnete sich für ihn deutlich ab auch wenn die Frau die nun hier saß ein völlig anderes Gebaren aufwies als er es in den letzten Tagen zuvor erlebt hatte.

    Ihr Körper straffte sich merklich und ihr war anzusehen das sie nach einer einfachen und vor allem kurzen Erklärung suchte:" Es würde die Erklärung vereinfachen wenn du schon einmal in Luxburg warst? Zufällig mit der Expedition die alljährlich dort wie die Heuschrecken über das Land herfallen? Und wenn ja, kennst du die Shor na far?"

    Mels Anspannung fiel deutlich von ihr ab und sie empfand das plötzliche Du als ein freundliches Entgegenkommen das sie gern erwiderte. Ihre Interpretation des Endes im Tod ließ Melyanna allerdings noch offen und versprach sich zu einem näher zueinander gefundenen Zeitpunkt hier über ihre Wege mit dem Tod genauer aufzuklären sofern Alanis weiteres Interesse zeigte. Das feine aufblitzen ihrer Regung zu diesem Thema blieb Melyanna nicht unbemerkt, auch dies behielt sie sich für einen noch kommenden Zeitpunkt in ihrem Inneren vermerkt. Ihre Antwort war nun etwas entspannter, was jedoch nichts an ihrer souveränen Haltung änderte. "Im Groben könnte man es so beschreiben, wir nutzten die guten wie die bösen Mächte, jeh nachdem was wir erreichen wollen, wobei wir Bocore mehr mit dem Tod verhandeln als mit dem Leben was uns rein synallagmatisch arbeiten lässt"

    Sie sah Vladim ein wenig ungläubig an als er Alanis um diese Nachverfolgung bat und rang sich ein verunsichertes Lächeln ab. Ihr Nicken zu Alanis war wiederum freundlich und höflich als sie ihr daraufhin antwortete: " Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel wenn ich noch einen Augenblick hier vor dem Ofen Platz nehme, meine Kleider müssen trocknen sonst erfriere ich" ihre Antwort klang ehrlich. Sie nahm sich einen Stuhl vom Tisch und klemmte ihn sich mit der Lehne nach vorn zwischen die Beine, damit ihr Rücken zum Ofen hin frei war, die Arme auf der Lehne verschränkt hörte sie Alanis weiterhin aufmerksam zu. Sie atmete tief durch, ihr Blick fiel auf Vladim, es schien ein wenig Sicherheit suchendes darin zu liegen, diese Situation die ihr die Offenheit abverlangte die sie sonst so gerne verbarg machte ihrer Sicherheit deutlich zu schaffen. Einen Augenblick später ruhte ihr Blick prüfend auf der Geweihten bevor sie mit ruhiger sachlicher Stimme antwortete: "Ich bin Melyanna Irima, Tochter der Khel´Grey, Akolythin Far ugh lagh´s, Bocore in der einen Welt oder Hexe in der anderen so wie es die einfachen Bauern vermutlich nennen würden. Mein Glaube steht für die Heiligkeit des Todes und dessen Mannigfaltigkeit. Und mein Problem ist keins magischer Natur, sondern beruht auf schlichtem Raubbau jener die mich für ihre Zwecke benutzten."

    Mels Blick striff Vladim kurz erstaunt ob seiner knappen Begrüßung, dann betrat auch sie das Haus. Sie bedachte Alanis mit einem knappen zustimmenden Lächeln das die Gedanken dahinter jedoch offen ließ. Einen Augenblick wärmte sie ihre Hände über dem Ofen während sie unauffällig die Regung des Hexers einzuschätzen suchte. Dann wendete sie sich mit Freundlichkeit auf dem Gesicht an Alanis:" Nun...ich kam eigentlich hierher um Vladim einen Besuch abzustatten, dann fanden wir heraus das unser beider Gefühlswelten nicht ungleich nur rudimentär vorhanden sind und er war der Auffassung, meiner Bitte nachkommend, das ihr die Richtige wärt jene zu optimieren. Was ihr letzthin tatsächlich tun könnt müsst ihr eröffnen oder besser gesagt fragt, was ihr wissen müsst." Ihre Art wirkte seltsam aufgesetzt, aber nicht falsch oder hadernd.

    Der Prüfende Blick entging Melyanna nicht und als sie erkannte wer hier vor ihr stand war sie froh das die Schneedecke das Schlimmste verbarg. Ihr Blick wurde ein wenig kritisch aber nicht unhöflich " Die "Sache" so "schnell" wie möglich angehen? Mit Verlaub, was hat Vladim euch als Grund genannt?" Ihre Geste war elegant als sie Alanis bat mit ins Haus zu kommen, ihre hochgewachsene Statur und das unbeurteilbare fast erhabene Gebaren ließen sicher viel Raum für Skepsis offen, dennoch beschrieb Melyanna ihre Haltung mit bemühter höflicher Freundlichkeit. Was Alanis jedoch deutlich ins Auge fiel waren die immer steifer werdenden Bewegungen je länger sie sich hier draussen mit ihr unterhielt. Ihre Lippen nahmen einen leichten bläulichen Ton an wie auch einige Adern die sich auf ihrer Haut abzuzeichnen begannen.

    Melyannas Gedanken drifteten immer wieder ab und die Konzentration auf das korrekte Ausführen ihrer Übungen und das Fernhalten ihrer Gedanken lenkte sie von ihrer Umgebung ab. Hier und da hörte sie ein knirschen des Schnees, verband dies aber nicht mit einer Person. Als die Fremde sie ansprach setzte sie gerade aus der Ruhephase zu einem erneuten Hieb an und erschrak so sehr, dass sie auf dem Schnee in ihrer Bewegung für Sekunden ins rutschen kam und den Neuankömmling so mit einem wütenden und bedrohlichen Blick begrüßen ließ, der einem nicht bewaffneten Gegner gerne die Flucht hätte ergreifen lassen. Ihre Sinne zogen in sekundenschnelle ein Fazit : Aussehen sofern sie es mit ihren nicht gerade guten Augen erkennen konnte: friedlich, freundlich, vielleicht eine Bauersfrau? Stimme: höflich, Geruch: Kräuter, ein Hauch von Brot, Papier und Krankheiten... Also keine Primäre Gefahr. Mels Haltung optimierte sich schnell wie auch ihr Gesichtsausdruck der sich nun entsprechend angebracht anpasste, freundlich mit einem höflichen Lächeln begrüßte sie die Dame: "Den wünsche ich euch ebenso, verzeiht ich war abgelenkt!"

    Der Morgen war bereits dem Mittag entgegengestrebt als Melyanna erwachte. Es dauerte einige Augenblicke bis ihr Bewusstsein im Haus des Hexers ankam. Ein wohliges Lächeln erhellte kurz ihr Gesicht und wechselte in tiefe Nachdenklichkeit, sie setzte sich auf die Kante ihres Lagers und schloss für einen Moment die Augen, sein Geruch drang auch wenn er in seinem Bett lag bis an ihre Nase und ein wohliger Schauer lief über ihren Rücken. Tief in ihrem Inneren regte sich plötzlich vorsichtig suchend eine fragiles Streben entlang eines hauchdünnen Fadens seidengleich gewebt, der in ihrem Geist nach seinem Ende zu tasten begann. Sie sprang auf und in diesem Augenblick übermannte sie eine Explosion der Emotionen die aus tiefsten Gründen rudimentär ihr eine Vorstellung gaben was sie einmal waren, es war ein Schauspiel ihres aktuellen geistigen Inneren, Angst, Verlust, Hochgefühl wie auch Unsicherheit, LIebe? Hass darüber zu was für einem Krüppel sie die Vergangenheit gemacht hatte und die freudige Erkenntnis aber auch Unsicherheit darüber einen Weg aus der Emotionslosigkeit finden zu können...mit Hilfe eines Mannes der mehr für sie in diesen wenigen Stunden getan hatte als jemand jeh zuvor es getan hatte und...dem sie vertrauen konnte?! Sie schüttelte aufgewühlt ihren Kopf als wolle sie die Gedanken herausschütteln und augenblicklich schlugen die Emotionen zurück und verbargen ihre Regungen. Mel stand auf und ging zum Tisch auf dem ihre Sachen lagen, sie begann sich anzukleiden bis ihr Blick auf die kleine Anubisstatue an ihrem Gürtel fiel. Sie nahm sie ab und strich über ihren Kopf doch ihr Blick blieb kalt, dann ergriff sie das Amulett das Velsin ihr gab damit sie ihn erreichen konnte wenn sie Hilfe benötigte. Es drehte sich an dem Band vor ihren Augen, auf der einen Seite das Abbild der Göttin Far ug lagh der geflügelten Schlange und auf der anderen Seite das Echsenauge das nun plötzlich in seiner Drehung innehielt und sie anstarrte. Ein scharfer Schmerz stach ihr in den Schädel und ließ alles um sie herum taub werden. Ein leises Keuchen entfuhr ihr als seine Stimme in ihr erklang, scharf und bedrohlich: "Wage es nicht auch nur einen Schritt weiter zu gehen! Du gehörst mir!" Ein böses Lachen gepaart aus 2 Stimmen das ihren Kopf schier zum bersten brachte entrang ihr ein leises Wimmern und der klopfende Klang eines Gestockes verhallte in ihrem Inneren. Ihr Geist klärte sich und sie warf angewiedert das Amulett zu der Statue die auf dem Tisch stand. Wütend riss sie das Schwert das ebenfalls noch auf dem Tisch lag an sich und stapfte nach draussen. Die Luft war kühl und eine feine Schneedecke hatte die Welt um sie herum bedeckt. Ihr Atem stand sichtbar in der winterlichen Luft, dennoch heizte ihr Zorn sie auf sodass sie nicht gleich in Starre verfiel. Ihre Klinge durchschnitt mehrfach den unsichtbaren Gegner vor sich, ihre Bewegungen waren präzise und geschmeidig, mal mit einer mal mit beiden Händen geführte Schläge folgten tief verankerten Bewegungsabläufen die sich nicht nur in einer Ebene abspielten sondern hier und dort in Drehungen oder Sprüngen über unsichtbare Gegner hermachten. Die elfische Gewandheit gepaart mit animalischer Regung und der Kriegskunst des Waffenmeisters der Shor na Far liessen ein völlig anderes Bild von Melyanna plötzlich zu Tage kommen. Immer wieder hielt sie zu Pausen der Konzentration inne in der ihr Schwert senkrecht vor ihrem Körper ruhte, wenn ihr Atem allzu schnell ging. Schweiß rann über ihre Stirn und färbte den Stoff ihrer Kleidung dunkel. Mit jedem Schlag schien ihr Geist Ruhe und Ordnung finden.

    " und jetzt..." Sie legte seine Arme um ihre Hüften und schlang ihre um seinen Hals, er wirkte widerwillig, weit entfernt von jedweder ehrlichen Geste, sie zog ihn zu sich und nahm in somit sanft und doch fest in ihren Arm " und jetzt...sind wir einfach nur du und ich, ein Mann und eine Frau ohne Geschichte ohne Vorurteile ohne Angst und Skepsis, frei im hier und jetzt." Sie wusste selbst nicht warum sie das tat vielleicht intuitiv, eine Erinnerung aus früheren Umarmungen ihrer Mutter die ihr Trost und Sicherheit gespendet hatte, sie versuchte dieses Gefühl das immer mehr wuchs, in der Sicherheit seiner Arme, an ihn weiter zu geben, sein entgegenkommen zu spüren nachdem sich jede Faser ihres Geistes ausstrecken.

    Die Stille schien sie zu zerreißen bis er das erste Wort aussprach. Ihr Körper löste sich aus all der Spannung und ihr Blick wurde milde ein Lächeln das keinerlei Triumpf zeigte huschte dennoch unsicher über ihre Lippen. Sie ging langsam auf den Hexer zu, vorsichtig und fragend kamen ihr die Worte über die Lippen:" als erstes müssen wir lernen loszulassen und uns zu vertrauen mit nichts als uns selbst zur Verfügung, für den Anfang zumindest in diesen vier Wänden. Wir müssen loslassen von allen Werten und Erlebnissen, allen Geschichten und allen Klischees" sie stand nun vor ihm und hatte während sie den Tisch umrundete all ihre Waffen und sämtliche Voodoo Hilfen die sie an sich trug, inkl. der Schutzamulette die Velsin ihr gegeben hatte auf den Tisch gelegt, es war eine beträchtliche Anzahl und an Stellen verborgen die er nicht vermutet hätte. Sie legte behutsam ihre Hand auf das Löwenamulett um seinen Hals und sah in seine Augen die ihn Schutz suchend ansahen.

    Mel hatte weder erwartet noch damit gerechnet das er noch ein Wort zu ihr sprach umso mehr traf sie sein Veto sie sah ihn lange an nach seinen Worten, auch ihr war anzusehen wie sehr sie die Situation aufwühlte und in erster Instanz hätte sie am liebsten die Tür geöffnet und wäre gegangen aber die Dinge die hier in den letzten Stunden geschahen bedeuteten plötzlich soviel Größeres für sie als sie überhaupt in ihren Jahrhunderten jemals erlebt hatte. Sie sah ihn nach seinen Worten eingehend an, fast tadelnd, enttäuscht und trotzdem spürte er wie sein Schmerz auch der ihre war. " Vladim, und wieder sprichst du nicht NUR von mir, auch wenn du es nicht wahr haben willst webst auch du das Band das in den tiefen sich längst geregt hat...dein Schmerz der Verletzlichkeit ist der meine, deine Angst vor mehr ist die meine genauso wie der Verlust, du sprichst von Hilfe für mich und meinst gleichermaßen auch die Hilfe für dich, so wie auch du dir Vorwürfe machen wirst wenn diese Tür sich zwischen uns schließt...aber so lange du es nicht wahr haben willst das wir uns gegenseitig helfen könnten weil wir eben anders sind als die anderen und einander Versprechen geben die nicht gebrochen werden dürfen...solange aus dem DU kein WIR wird habe ich keine Chance weder geholfen zu bekommen noch dir zu helfen, diesen Weg kannst nur DU eröffnen über die Erkenntnis das ICH dir helfen darf und das bedarf Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen...und die Erkenntnis das wir innerhalb dieser Wände zwei völlig andere Wesen sind, als wie uns die Welt da draussen sieht und das ist gut so denn wir würden da draussen keine Meile überleben wenn wir nicht so wären wie wir da draussen sind!" In ihren Augen stand die geprügelte Erwartung seiner Entscheidung geschrieben, bereits ängstliche gepaart mit dem nicht Kapitulieren wollen seines Egos, doch es lag auch ein Funken Hoffnung darin. Sie tat ein paar Schritte auf ihn zu und in ihr regte sich der brennende Wunsch ihn einfach umarmen zu können aber genauso sehr hielt sie die Angst vor seiner Kälte zurück, ihr wurde ein wenig flau ob dieser Regung dieser so sorgfältig aus ihr ausgetriebenen Gefühle.

    Sie beschäftigte ihre Hände weiterhin mit dem einräumen und ordnen ihrer Habseligkeiten ihre Stimme war monoton, fast ein wenig resignieren :" es..war..ein..trank..um Gefühle zu verstärken, von minderwertiger Natur! Und nichts weiter! Ich habe mich in etwas verrannt von dem ich dachte das es mich der Sippe meiner Mutter näherbringen würde ich verehrte ihn weil er war wie sie und doch war er dann etwas völlig anderes aber trotzdem einziger Zufluchtsort , denn ich war allein und blieb es auch! Wäre es wirkliche Liebe wäre ich nie geflohen!" Ihr Blick wanderte zu seinen Augen in denen immernoch jene Kälte wohnte die er ihr vorzugaukeln versuchte " ich...hatte keine Ahnung was wirkliche....Liebe zu sein scheint! Ich weiss es bis heute nicht aber ich weiss das das was ich bei dir erlebe echter ist, das du ein flackern in mir entfachst und das sich meine alte Gefühle regen und interesse haben wiederbelebt zu werden. Ich kam bei der Göttin nicht mit dieser Intention hierher, plötzlich mit diesen Gedanken und aufgebrochenen Emotionen hier nun zu sitzen, die DU mit zu verantworten hast! Nein, ich erwarte von Dir tatsächlich gar nichts, Du bist für mich wie jeder andere Mann, bis auf ein paar scheinbar für mich jedoch plötzlich unfassbar wichtige Details die dich, Vladim , einzigartig machen und das ist weder was du bist, denn das bin ich selbst, noch was du darstellst denn das kann ich selbst, noch deine Geschichte denn die habe ich auch, sondern es ist wie du mir gegenüberstehst und wie du mich trägst und mich süchtig nach diesem verdammten gefühl der Geborgenheit machst. Mein Herz war noch nie so frei!" Ihre Mauer brach und ihr Gesicht nahm einen Ausdruck von Schmerz an ihre Haltung wirkte wie geprügelt. Sie erhob sich langsam und griff nach ihrem Mantel. " ich kann Zweifel riechen ebenso wie Angst aber es ist nicht die Angst vor mir sondern vor dir selbst...wenn es das einzige ist was ich in dir auslöse, dann will ich dich nicht länger damit belasten!" Ihr Blick griff tief in sein Innerstes da ihr Ausdruck Bände sprach bevor sie sich zur Tür wendete.

    Seine kalten abweisenden Worte durchdrangen sie wie ein Schwert und genau wie sie es beim Gebaren von Vel oder Merasin tat zog sie ihren inneren Schutzwall hoch noch bevor er zu Ende sprach. Sie blieb ruhig und konzentrierte sich darauf was hinter ihrer Mauer das Fazit aus seinen Worten zog. Sie drückte einige Momente später einmal kurz tröstend seine Schultern und setzte sich dann wieder auf ihren Platz, die Fassade brachte keinerlei tiefgreifende Regung zu Tage um ihm nicht zu zeigen wie sehr er sie mit dem was er sagte und wie er sich gab verunsichert hatte. Sie atmete tief bevor sie sprach, ihre Stimme wirkte ein wenig arrogant und ihr Blick der vor der Mauer stand sah ihn fest an: "Ob Priesterin, Freundin oder Bettgespielin ist in diesem Zusammenhang einem entscheidenden Überbegriff untergeordet! Sie ist eine FRAU! und wer solcherlei Thesen aufstellt ohne die Bücher vorher gelesen zu haben, ja dem unterstelle ich solcherlei Gedanken, beweise mir das Gegenteil und ich nehme es gern zurück! Ich hasse Menschen wie diese Priester die sich in haltlosem Gefasel darstellen, sie schmecken noch nicht einmal besonders gut, liegt wohl daran, das sie zu dumm sind sich gesund zu ernähren." Sie kickte mit einer schnellen Handbewegung einen Apfel in seine Richtung der auf dem Tisch lag "Wobei wir beim nächsten Thema wären, was leider wiederum in meinem so hochgesetztem Eindruck angeblich ertrinkt : Du bist der Jäger, genauso wie ich es bin und wenn ich es will wirst du auch zu meiner Beute" * sie nutze den Moment der Ablenkung durch den Apfel um in sekundenschnelle ihr Schwert in einer fließenden Bewegung während sie aufstand aus dem Gut hinter sich zu ziehen das sie ihm mit der Spitze über den Tisch gebeugt nun Kobra gleich an die Kehle hielt. Ihr Ton war nun mehr ein flüstern und er spürte das sie das was sie tun könnte nicht tun wollte " Aber! ich würde es niemals über das Herz bringen dich zu verletzten, weder mit Worten noch mit Taten, weil du es nicht verdient hast, weil du in mir Gefühle erweckt hast wie keiner zuvor und das einfach nur weil du mich achtest und weil wir die gleiche Sprache sprechen, ob du das in deinem Dickschädel nun erkennen willst oder nicht und weil ich dir vertraue, warum auch immer! " Damit legte sie langsam die elfische Klinge direkt vor ihm auf dem Tisch ab und setzte sich erneut. Ihr war nun deutlich anzusehen wie sehr sie die Ereignisse aufgewühlt hatten, die Mauer hatte sie viel Kraft gekostet. Langsam begann sie damit ihre Bücher in ihrer Tasche zu verstauen.

    Ein unwirsches Kopfschütteln folgte seinen letzten Worten und er spürte das in ihren Worten blanker Pragmatismus lag: "Unsinn, die Priesterin weiß zu wenig um solche Thesen aufzustellen!" sie hielt sekundenlang inne, dass dem Hexer wohl aufgefallen sein dürfte und ein Schatten hilfloser Angst ob seiner Worte huschte über ihr Gesicht, bevor sie ihre Theorie weiter ausführte. "Priorität hätte nicht den Liebeszauber zu brechen, denn dieser war von minderwertiger Natur und diente zuerst nur um die Empfindungen zu verstärken, weil ICH wollte das er süchtig danach wird, denn ich verehrte ihn bereits zu diesem Zeitpunkt schon auch ohne Liebeszauber." Sie sah ihn prüfend an "ich hoffe nicht das du mit diesen Belangen eine Frau behelligt hast die vielleicht selbst ein Interesse an dir hegt?" Sie machte eine wegwischende Handbewegung "Sei es drum, zumindest wäre es dann die falsche Person, da sie mit Vorbehalten an solcherlei Thematik herangehen würde, aber ich bin mir sicher das du dies bedacht hast in der Wahl deiner Priester?" Es dauerte einen Augenblick bis sie aufstand und sich hinter ihn stellte, ihre Hände legten sich sanft und schlichtend auf seine Schultern, sie konnte ihm bei ihren Worten nicht in die Augen sehen, die nun soviel weniger pragmatisch sondern eher hilfesuchend klangen als hätte sie bereits die Angst der Veränderung gepackt: "Der Liebeszauber den ich wirkte ist längt verflogen, es bedurfte meinerseits keinem, denn die Liebe war da und ist immernoch da, genauso wie es bei dir und deiner Wölfin ist, aber das was zwischen uns ist hat noch keinen Platz und keine Beschreibung gefunden, es ist noch auf der Suche und im Erkennen, aber es ist für mich weitaus wertvoller als das was ich erlebte, denn ich erhalte das erste Mal seitdem meine Mutter starb das zurück was ich zu geben in der Lage bin wenn ich wieder zu fühlen gelernt habe, und das was es miteinander gemein haben könnte ist, dass es mit der Zeit weil es sich so ähnlich ist, miteinander verwebt wie ein Faden der miteinander in den Zeiten verwoben wird. Etwas das zwischen Velsin Amos und mir nie existiert hat, es ist etwas Größeres das erschaffen aus zwei gleichen Geistern und Geschichten, ein großes und starkes Ganzes schaffen kann, das Einzige was wir dazu brauchen ist Vertrauen...zueinander... das in Stärke und Treue gegen alle Widrigkeiten und Meinungen ansteht und wer wäre hierzu mehr in der Lage als zwei gleiche Wesensarten unter sich?" Sie schluckte tief und ihre Stimme wirkte etwas Unsicher" Wenn du dich aber zu all dem weder bereit noch in der selben Situation siehst dann sag es mir und ich lasse dich wieder allein!"

    Eine Augenbraue wanderte streng nach oben, was Ausdruck von Skepsis und Widerstand in ihren Zügen anzeigte. Ihr Ton blieb weiterhin ernst aber sanft: "Nun wenn es um mich geht, dann darf ich doch zumindest erfahren was die "Problematik" hätte vereinfachen können? Und dann entscheide ich MIT ob ich helfen kann oder nicht!?" Sie schob ihm die Flasche Rum über den Tisch die sie vor ihrem Fortgehen dort abgestellt hatte.

    Sie beobachtete ihn in seinem tun. Irgendetwas hatte sich verändert in seiner Art, Mels Antennen waren jedoch zu unsensibel um diese neue Gefühlsregung ergründen zu können. Er war verärgert das sah man seinem Gesicht und seiner Unruhe an und vielleicht verunsichert? Es half nichts, um diese Situation und auch die plötzliche aura die im Raum stand zu verstehen musste sie fragen. Sie lehnte sich zurück und ihre Miene wurde ernst : "also raus damit welche laus ist dir über die leber gelaufen, die deines Gewissens, die eines anderer Gewissens oder hast du einfach nur schlechte Laune? Es wäre für mich einfacher wenn du das ausspricht was dein Gesicht mir versucht zu sagen ich bin im Gefühle erkennen nicht sonderlich geübt wie du weisst. "

    Mel sah ihn geschäftig an während sie weitere Bücher auf dem Tisch ausbreitete " oh das kann dauern, sie wird sich auf die Suche nach ihm begeben, es ist nur ein kleiner Geist mit wenig Macht, aber im suchen nach Personen ist sie sehr eifrig, als Gegenleistung hierfür darf sie in dem Buch Schutz suchen vor den Mächtigen und nicht so freundlichen Geistern der Unterwelt..." Sie hielt kurz inne " hattest du eigentlich auch schon etwas mit jenen Sphären oder Geistern zu tun?" Sie interpretierte seine grummelige Art als Müdigkeit zu später Stunde.

    Mel lachte "du hörst dich an wie meine Mutter, glaubst du ich würde heute noch leben wenn ich so unvorsichtig wäre?" sie kramte in ihrer Tasche und zog ein ledernes Buch hervor auf dessen Buchdeckel sich ein kleines Gesicht abzeichnete. Behutsam legte sie es auf dem Tisch ab und schob ihm die Hirschkeule ein wenig entgegen um sich Platz zu verschaffen. "Du solltest es wenigstens kühl lagern, nicht das noch die Obrigkeit zu dieser Stunde hereinplatz und für die Wilderei das Primae noctis Vorrecht bestellt" Sie schenkte ihm einen feixenden Gesichtsausdruck. Sie überging seine rare Gesprächsführung und widmete ihre Aufmerksamkeit dem Gesicht auf dem Buch. Sanft strichen ihre Finger über dessen Wange und sie gab ihm einen zärtlichen Kuss auf die Stirn. Es dauerte einige Sekunden dann regte sich das kleine augenlose Gesicht unter der Lederhaut es drehte den Kopf nach links und rechts als suche es nach dem Mund der es berührt hatte, Melyannas Stimme war kehlig fast nahm sie die Betonung der nordischen Regionen an, die Sprache war Vladim unbekannt nur der Name seines Meisters war für ihn verständlich der zwischen ihren flüsternden Worten erklang, während sie das Gesicht betrachtete. Der Monolog den sie führte hörte sich dennoch sehr angenehm und fürsorglich an als wolle sie einem Kind etwas erklären. Einige Augenblicke später nickte das Gesicht zaghaft und verschwand vom Deckel des Buches. Mel schien zufrieden.