Die Küche 5

  • Einige Tage später kommt Kassandra morgens in die Küche und eine völlig aufgelöste Anna sitzt auf der Bank.
    Nachdem sie die Frau einigermaßen beruhigt hat, bekommt sie sogar zusammenhängende Sätze aus ihr heraus, und erfährt, daß Thiran in der Nacht das Haus wohl verlassen haben muß und bis jetzt nicht zurückgekehrt ist. Auch, daß er nichts mitgenommen hat, außer der wenigen Kleidung, die er am Leib trug.

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

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  • Nachdem der Elb sich auch zum Frühstück nicht blicken läßt und Anna immer unruhiger wird, trägt Kassandra ihr auf, im Haus zu bleiben, für den Fall, daß er wieder auftaucht, und hüllt sich selber in ihren Wintermantel um den flüchtigen Gast suchen zu gehen. Und sie hat auch schon eine Idee, wen sie sich dafür ranziehen könnte...

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

  • Als Kassandra zurückkehrt und den Reiter, der sie gebracht hat ins LAger zurückschickt führt sie ihr erster Weg in Malglins Arbeitszimmer. Hastig durchschreitet sie den Kreis. Als sie zurückkehrt trägt sie Silias Anhänger nicht mehr.


    Anna fängt sie vor der Tür ab um nach dem Stand der Suche und dem Grund für die Hektik zu fragen. Und als Kassandra sie vertrösten, beruhigen will, läßt sie die Schankmaid nicht gehen, bis sie alles weiß.
    "Banshee..."
    Noch blasser als gewöhnlich läßt sie Kassandra in weiteren Vorbereitungen durchs Haus wuseln. Sammelt dann selber rasch ein paar Dinge ein und steht an der Tür, als Kassandra rauswill.
    "Ich komme mit."
    Kassandra sieht, daß Widerspruch hier nutzlos ist und willigt kurzerhand ein.
    "Die Elben werden begeistert sein."

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

  • Doch das ist Anna gleich.
    Als der Wagen da ist, der Kassandra mit Umweg über den Ayanyehtempel zum Lager der Mondelben bringen soll, steigt sie kurzerhand mit hinauf.

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

  • "Ja, sicher..."
    Kassandra sieht ihn fragend an.
    "Wenn du zu Anna gehst nimm den Tee mit", trägt Ellemir ihm im nächsten Augenblick auf. "Sie soll so viel wie möglich davon trinken, sagt die Hebamme."

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

  • Ellemir nickt ermunternd.
    "Je mehr Essen du in sie hineinkriegst desto besser. Die Kleine..."
    Sie deutet mit dem Kopf auf die Bank, wo die fünfjährige Thyra sitzt, still und sittsam wie selten und das Baby im Arm hält.
    "Die gewöhnt sich grade an die Ziegenmilch..."

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

  • Es ist Nacht und das Haus ist ruhig.


    Thiran sitzt in der dunklen Küche und lauscht auf die Geräusche der Nacht, das leise Knistern des Feuerelementars im Herd, das Seufzen der Balken und der leise Wind, der den Schnee durch die Nacht treibt.


    Als er zornige Worte aus Annas Zimmer hört setzt er sich auf und ist gerade aufgestanden, als die Küchentüre auffliegt und Anna hereinstürmt.
    Ohne ihn zu sehen rennt sie an ihm vorbei hinaus in die kalte, verschneite Nacht.
    Thiran kann ihr nur erstaunt hinterher blicken und erst der schlag der Türe, als sie hinter Anna zu fällt reisst ihn aus seiner Starre.


    Blitzschnell ist er an der Türe und draussen, wo er die fliehende Anna, ohne einen Laut von sich zu geben um die Hüfte packt, sich über die Schulter wirft und hinein trägt.
    Drinnen lässt er sie hinunter, in seinen Arm, wo er sie festhält, damit sie nicht erneut weglaufen kann.
    "Shhh... ruhig, tinu, ruhig" sagt er leise.

  • Anna wehrt sich in heller Panik und mit erstaunlicher Kraft gegen seinen Griff, erst seine Stimme scheint einen Funken Verstand in ihren Blick zurückzuholen. Doch auch als sie aufhört zu kämpfen steht sie nur zitternd in seiner Umarmung und würde wohl wieder weglaufen, hielte er sie nicht fest.
    "Es ist weg...", flüstert sie rauh. "Nichts mehr da..."
    Tiefes Entsetzen, fast Todesangst, spricht aus ihren Worten.

  • "Alles..." Sie sieht ihn an, vor Angst fast wahnsinnig.
    "Ich kann nicht mal mehr Licht machen. Nichts mehr da..."
    Ihre Knie geben nach, sie sinkt auf den Boden, schlägt die Hände vors Gesicht.
    "Verkrüppelt", flüstert sie. "Machtlos... Warum hat sie mich nicht gleich getötet..."

  • Sie sieht ihn an. Zuckt hilflos die Schultern.
    "Ich weiß es nicht... Der Kreis..."
    Es mußte im Kreis geschehen sein. Seitdem hatte sie nicht mehr versucht die Kräfte anzuwenden.
    Die eisblauen Augen der zierlichen Elbe lauern irgendwo in ihrer Erinnerung.
    Doch der Zauber, den die in den Kreis gewoben hatte, hatte darauf abgezielt, sie, Selené, zu töten, sobald der Kreis fiel.
    Der Banshee hatte darum gewußt. So wie sie selber. Und sie hatte die Falle selber ausgelöst, hatte der Frau mit den kalten Augen den Triumph nicht gegönnt. Und schließlich kam ihr der Tod zu diesem Zeitpunkt recht gelegen.
    Wie dumm, Selené. Dumm und voreilig...

  • "Nicht ich habe dich gerettet", stellt sie richtig, die Panik wieder unter Kontrolle und vom Bemühen zu analysieren verdrängt.
    "Deine Herrin hat den Banshee vernichtet. Ich hab nur seinen Geist solange beschäftigt daß sie seinen Körper finden konnte."
    Sie überlegt wie sie ihm das erklären soll. Was davon sie ihm überhaupt erklären will.
    "Ich hatte nicht sehr viel Zeit für diesen Bann... Also habe ich ihn mit meinem Blut besiegelt. So daß er nur mit meinem Tod gebrochen wäre..." Sie schaut ihn nicht an. Das sind Dinge, die man einem Elben nicht unbedingt freiweillig erzählt.

  • Seine augen verängen sich und er mustert sie ein wenig zornig.
    "Nur mit deinem Tod?"
    er steht auf und geht ein Stück von ihr weg.


    Das passte ja hervorragend in ihren plan, nicht wahr? Davonlaufen und wenn es in den Tod war.

  • "Ich wollte, daß dieser Kreis hält. Um jeden Preis", antwortet sie leise.
    Nein, das Thema Blutmagie sollte man mit Elben nicht anschneiden, sein Zorn bestätigt sie darin, ihm so wenig wie nötig von den Dingen zu erzählen, die sie dort getan hat.