Malglins Haus 12

  • Kassandra kehrt mit dem Schlitten aus dem Wald zurück.
    In der Eingangshalle legt sie den schweren Mantel ab und schaut sich das kleine Tier, daß Silia ihr vor ihrem Abschied übergeben hat, zum ersten mal genau an.
    Es ist so groß wie ein Lamm, mit langen, spindeldürren Beinen, großen dunklen Augen und einem feinen, silbergrauen Fell.
    Es bewegt sich leicht als sie es begutachtet, dreht den Kopf wackelig auf einem langen schlanken Hals. Doch als sie es versuchsweise auf seine Beinchen stellen will knicken die unter ihm weg und sie nimmt es wieder auf den Arm.
    "Was bist du denn für ein Tier?", fragt sie es laut.
    Paarige Hufe wie ein Zicklein, doch der Kopf ist zu lang... Für ein Fohlen stimmt die Form der Hufe nicht. Auch der Schwanz wirkt ziemlich lang, sowohl für Ziege als auch für Schaf.
    "Bist du ein Reh?"
    Gab es silbergraue Rehe in Teranbar?
    Kassandra zuckt die Schultern und trägt das kleine Wesen in die Küche.

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

  • Am nächsten Morgen, während die Kinder frühstücken, bringt Ellemir Anna und Thiran ihr Frühstück aufs Zimmer derweil Kassandra versucht, das kleine Tier dazu zu bewegen, etwas Nahrung und Wasser anzunehmen. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht.
    Ziegenmilch läßt es so wieder aus dem Mäulchen laufen und Grießbrei spuckt es wieder aus. Da es noch keinen einzigen Zahn hat kommen feste Nahrungsmittel sowieso nicht in frage.
    Lediglich ein wenig Wasser lutscht es von den Fingern der fünfjährigen Thyra, die sich auch an den Fütterversuchen beteiligen will.

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

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  • Ellemir öffnet ihr, überrascht und dann erfreut.
    Sie bringt die junge Frau mit in die Küche, wo sie gleich von den Kindern umingt wird, die nach dem Baby fragen.
    Innerhalb kürzester Zeit sitzt sie bei den Kindern, die ihr auch gleich von dem kleinen Reh erzählen, daß Ancales Mama aus dem Wald mitgebracht hat, und das nichts essen will.

  • Und natürlich will Jala das Tierchen sehen, das Kassandra etwas abseits des kindlichen Trubels in ein Kistchen gelegt hat, nachdem die Versuche, es zum trinken zu bringen, nichts gefruchtet haben.
    Vorsichtig schaut sie in die Kiste und die großen, dunklen Augen öffnen sich leicht um sie zu betrachten.
    Fast ohne es zu merken streckt sie eine Hand nach dem kleinen Wesen aus. Der schmale Kopf hebt sich, die Nüstern weiten sich ein wenig und es ist ein leiser Seufzer zu hören.
    Jala hockt sich fasziniert vor die Kiste und streicht mit der Hand über das seidige silbergraue Fell.

  • Das kleine Wesen folgt ihrer Hand mit der Nase. Als sie das kleine Mäulchen streichelt versucht das Tier ihre Finger ins Maul zu nehmen und daran zu lutschen.
    "Du hast Hunger, hm?"
    Kassandra, die das beobachtet hat, bringt eine Lederflasche mit Ziegenmilch.
    "Willst du mal versuchen, ob es was von dir nimmt?", fragt sie hoffnungsvoll.
    Jala schaut zu ihr hoch und nimmt das kleine Tier dann aus der Kiste auf den Arm. "Ja, gerne."
    Kassandra reicht ihr die Flasche.
    Doch das Wesen dreht den wackeligen Kopf von der Flasche weg. Statt dessen scheint es an Jalas Kleid etwas zu suchen. Es nimmt etwas Stoff vom vorderteil des Kleides ins Mäulchen und lutscht daran.

  • Jala runzelt die Stirn und zieht den Stoff vorsichtig wieder aus dem Mäulchen.
    Sie legt die Lederflasche beiseite und beobachtet, wie das kleine Wesen weiter an ihrem Kleid herumsucht.
    Dann streift sie den Träger des Kleides über ihre linke Schulter und hilft dem Mäulchen ihre Brust zu finden. Das Tierchen beginnt ganz sachte zu saugen.

  • Kassandra beobachtet Jala und das, was sie für eine Art Kitz hält, aufmerksam und stumm. Sie tauscht einen erstaunten Blick mit ihrer Cousine aus.

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

  • Naria kam ins Haus gelaufen. Sie bleibt an der Tür stehen. Sie wusste sich noch immer nicht so recht zu verhalten in diesem Haus wobei es mittlerweile ihr bekannt sein sollte. Sie lehnt sich an die nächste Wand und überlegt was sie machen soll.
    nach einer kleinen Weile beschließt sie in die Küche zu gehen und etwas zu essen.

  • "Hm... Jala, würdest du...?", beginnt Kassandra zögernd, als die junge Mutter das Kitz zurück in die Kiste legt, nicht ohne noch einmal ausgiebig das Fell zu streicheln.
    "Also... das ist das erste was es bisher zu sich genommen hat, außer etwas Wasser... Und ich kenne im Moment sonst keine Frau, die Milch hat..."
    "Was? Es weiter stillen? Würde ich gerne", antwortet Jala. "Ich hab ja mehr als genug Milch... Aber es wird schwierig, dafür dauernd hierher zu kommen, oder?"
    "Ja", nickt Kassandra. "Glaubst du, du kannst es mitnehmen? Es ist sehr wichtig... Silia sagte ihm darf nichts passieren." Ganz wohl ist ihr nicht dabei, die Verantwortung einfach weiterzureichen.
    "Du würdest es mir geben? Ja, sicher, ich kümmer mich darum... gerne."
    "Gut. Danke... dann werde ich gleich mit dir mitfahren und mit Baul reden."
    "Oh, er hat sicher nichts dagegen", sagt Jala zuversichtlich.
    Im Gegensatz zu ihr ist sich Kassandra da nicht ganz so sicher.
    "Ich komme trotzdem mit, wenns dir recht ist."

    Vergiß nie...
    daß die Erde sich danach sehnt von deinen bloßen Füßen berührt zu werden,
    und daß der Wind es liebt in deinem Haar zu spielen

  • Nachdem Thiran die letzten Abende und Nächte in ein paar Tavernen zugebracht hat um dort ein wenig Musik zu spielen kommt er früh morgens nach hause.


    Langsam schleicht er sich in den Baderaum und versucht die Dinge für einen Zuber voll heissem Wasser zusammen zu bekommen ohne wen zu wecken, nichts ahnend wie spät es wirklich schon ist.

  • Doch Anna hört das fließende Wasser und als Alina, die vor wenigen Augenblicken endlich in den Schlaf gefunden hat, aufwacht und prompt anfängt zu weinen, geht sie nach oben um ihren streunenden Gefährten zur Rede zu stellen.
    Mit irrationaler, nur mühsam unterdrückter Wut öffnet sie die Badezimmertür.
    "Bist du auch schon da!"

  • "Die Jungs!?", faucht sie. In der Luft scheint es zu knistern.
    "Welche Jungs denn?" Die Augen blitzen gefährlich. "Wiesel? Jesche? Oder Colle und Zoe?"
    War sie eben noch wütend zittert sie jetzt vor Zorn, die Hand krampft sich um das Holz der Türe.

  • Thiran weicht ein stück zurück und bemerkt mit hochgezogenen Augenbrauen die magische Aufladung.


    "Schatz?"
    Er stößt an den Zuberrand und muss sich festhalten während er sich weit nach hinten beugt.
    "du weist doch wie das ist... man redet noch etwas und trinkt ein wenig und dann die Musik und ..."
    Thiran versucht krampfhaft einen Ausweg zu finden. Kurz überlegt er sich in den Zuber zu flüchten, doch der ist dummerweise noch nicht einmal halb voll.

  • "Nein, ich weiß nicht wie das ist!" schießt Anna zurück. Sie scheint bemüht, nicht zu laut zu werden -was ihr nicht gelingt. Baut sich Dunkelheit um sie herum auf? Irgendwie scheint ihre Gestalt teilweise verschwommen.
    "Erklär mir was nach trinken und Musik kommt! Endet es in der Scheune im Stroh?!" Bebend vor Wut kommt sie auf ihn zu. "Mußt du deshalb in die Wanne?!!"